Werner Pfisterer MdL berichtet aus dem Landtag:

Maßnahmenpaket zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Bildschirmmedien – Winfried Mack MdL: Interfraktioneller Antrag einstimmig verabschiedet
Um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren eines maßlosen und unkontrollierten Medienkonsums zu bewahren, hat der Ständige Ausschuss des Landtags auf seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag, 24. April 2008, von der Landesregierung ein ganzes Bündel an Maßnahmen verlangt.


Die einzelnen Forderungen sind enthalten in einem interfraktionellen Antrag von CDU, SPD, GRÜNEN und FDP/DVP, der einstimmig verabschiedet wurde.

Wie der Vorsitzende des Gremiums, der CDU-Abgeordnete Winfried Mack, mitteilte, geht es dem Ausschuss nicht nur um einen Ausbau der medienpädagogischen Angebote, sondern auch um die Einleitung restriktiver Maßnahmen. „Denn neben einer besseren Ausbildung und entsprechenden Sensibilisierung muss auch der Zugang zu den Medien erschwert werden“, so Mack.

Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden wird die Landesregierung in dem interfraktionellen Antrag unter anderem aufgefordert, das Schüler-Medienmentoren-Programm (SMEP) künftig finanziell so auszustatten, dass es landesweit flächendeckend eingeführt werden kann. Für eine kindgerechte Mediennutzung und gegen Medienverwahrlosung soll eine landesweite und nachhaltige Kampagne gestartet werden, die vor schädlichen Medieninhalten und vor zu frühem und zu intensivem Medienkonsum warnen, aber auch positive Aussagen treffen soll.

Die Aus- und Fortbildung im Bereich der Medienpädagogik, heißt es in dem Antrag weiter, soll in allen pädagogischen Ausbildungsgängen an Hochschulen, pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen für Lehrer und Erzieher verpflichtend eingeführt werden. Fernsehveranstalter sollten dazu bewogen werden, sich freiwillig zu verpflichten, medienpädagogische Fernsehspots auszustrahlen. In Kindergärten und Schulen sollen nach dem Willen der Antragsteller medienpädagogische Themen als verpflichtende und fächerübergreifende Inhalte der Lehrpläne festgeschrieben werden. Auch sollen zur Stärkung der Elternbildung an Kindergärten und Schulen Programme angeboten und finanziell unterstützt werden. Schließlich soll die Landesregierung darauf hinwirken, dass in den Studien- und Ausbildungsplänen der Kinderärzte, Hebammen und Erzieherinnen die Problematik des Medienkonsums entsprechende Berücksichtigung findet.

Mack zufolge hat der Ständige Ausschuss die Entwicklung beim Gebrauch von Fernsehen, Internet, des gesamten Computerbereichs und mobiler Dienste wie Handys zum Anlass genommen, im März 2007 im Landtag eine Anhörung zum Thema „Konsum und Wirkung elektronischer Medien bei Kindern und Jugendlichen“ zu veranstalten. Als wesentliches Ergebnis dieser Anhörung könne festgehalten werden, dass zuviel und falscher Medienkonsum Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung nachhaltig hemme. Denn durch Langzeitstudien könne nachgewiesen werden, dass erhöhter Fernsehkonsum von fünfjährigen Kindern langfristig zu höheren Schulabbrecherquoten und geringerem Bildungsabschluss geführt habe. Kinder mit geringerem Fernsehkonsum erzielten hingegen höhere Bildungsabschlüsse und hätten eine signifikant geringere Schulabbrecherquote. Allgemein sei in der Anhörung dafür plädiert worden, den Medienkonsum bei Kindern auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

„Der Ständige Ausschuss setzt darauf, dass sich das von ihm vorgeschlagene Maßnahmenpaket für Kinder und Jugendliche im Bereich der Bildschirmmedien als wirksamer Schutz erweist“, sagte Mack abschließend.

Quelle: Landtagspressestelle / CDU-Landtagsfraktion BW

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