Leistungsfähige Verkehrswege für alle Verkehrsträger im Vordergrund

Große Einigkeit herrscht zwischen den vier Parteien und Wählervereinigungen CDU, Die Heidelberger, FDP und Freie Wählervereinigung im Heidelberger Gemeinderat, wenn es um den Umbau des Heidelberger Bahnhofsvorplatzes geht.


Sowohl CDU, „Die Heidelberger“ und die Freie Wählervereinigung als auch die FDP-Stadträtinnen und Stadträte befürworten die konsequente Planung und rasche Umsetzung der Projekte „Burelli-Tunnel“ und der fünften Neckarquerung. Das wurde im Rahmen eines gemeinsamen Pressegespräches bei der Rhein-Neckar-Zeitung in Heidelberg am Montag deutlich.

Am Mittwoch voriger Woche hatte der Heidelberger Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen Alternativen Liste (GAL) einem gemeinsamen Antrag der „bürgerlichen“ Stadträte zugestimmt, der die Stadtverwaltung damit beauftragt, verschiedene Alternativen zum Umbau des Willy-Brandt-Platzes vorzulegen, um dann nach einer Entscheidung umgehend mit der Detailplanung beginnen zu können.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, nach Jahren der Stagnation wirklich Bewegung in die Heidelberger Verkehrspolitik zu bringen“, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Pfisterer MdL. „Das darf“, wie CDU-Stadtrat Dr. Jan Gradel betont, auf keinen Fall mit einem Rückbau vorhandener Straßen verbunden sein. Im Entwurf der Stadtverwaltung war wieder erkennbar, dass die Stadt bei der Umgestaltung des Willy-Brandt-Platzes die Kurfürsten-Anlage drastisch zurückbauen will.“

Der Fraktionsvorsitzende der Heidelberger, Wolfgang Lachenauer, erläutert: „Der jetzt gefasste Beschluss bringt zum Ausdruck, dass wir den Burelli-Tunnel nicht verzögern wollen. Wir wollen aber vor einer Entscheidung klare Alternativen, was die Länge und die Anzahl der Spuren betrifft, vorgelegt bekommen. Als Stadträte können wir doch nur aufgrund von verlässlichen Informationen entscheiden. Die Vorlage der Stadt war uns für eine weit reichende Entscheidung wie die von uns geforderte, einfach zu dürftig. Die Stadtverwaltung hat uns die Alternativen nicht vorgelegt, über die sie intern verfügt. Wir wollen diese Alternativen auch zu sehen bekommen.“

Für die „Freien Wähler“ erklärt Stadtrat Hermann Gundel, „die Neu- beziehungsweise Umgestaltung des Bahnhofs-Umfeldes und des Willy-Brandt-Platzes hat nicht nur eine verkehrliche, sondern auch eine städtebauliche Dimension. Eine zeitnahe Verwirklichung des Kongresszentrums und die verkehrliche Erschließung anderer geplanter Großprojekte, wie Heidelberger Druckmaschinen, DB-Parkhaus etc. mit einem Volumen von 450 Millionen Euro, setzen eine schnelle Umsetzung sinnvoller Weise voraus. Zukunftsfähige und verantwortungsvolle Projektbeschlüsse sind aber ohne die geforderten alternativen Planungen mit ihren verkehrlichen Auswirkungen nicht möglich.“ Gundel erklärte weiter, „dass die Freien Wähler von der Verwaltung noch vor den Haushaltsberatungen eine entscheidungsreife Planung mit optimierter Leistungsfähigkeit der Verkehrsbeziehungen erwarten.“

„Beim Bau des Burelli-Tunnels stehen nach den Ausführungen des Verkehrsgutachters städtebauliche Wirkungen im Vordergrund“, hob FDP-Stadträtin Margret Hommelhoff hervor. „Sein Bau ist aber für den Gesamtverkehr der Stadt Heidelberg neutral.“ Dagegen stelle die fünfte Neckarquerung eine attraktive Verbindung zwischen der Autobahn A656 und dem Neuenheimer Feld dar, die deutliche Verkehrsentlastungen im Bereich Bergheim, aber auch in Handschuhsheim mit sich bringe.“

„Keine Zustimmung wird es für eine schnelle Realisierung geben“, so CDU-Fraktionsvize Pfisterer, „wenn die Stadt versucht, den Burelli-Tunnel gegen die Neckarquerung auszuspielen. Auch dahingehend herrscht bei uns Einigkeit. Wenn es zu zeitlichen Überschneidungen kommen sollte, wir aber beim Zuschussgeber nur ein Projekt gefördert bekommen, dann müssen wir das Bahnhofsprojekt eben aus der Stadtkasse bezahlen. Das geht aber nur, wenn wir das Projekt nicht künstlich aufblasen oder immer neue Extras einplanen.“

Als erfreulich bezeichneten es alle anwesenden Stadträte, dass sich nach kleinen Änderungen schließlich auch die SPD zur Unterstützung des gemeinsamen Antrages habe durchringen können. Nur die Grünen hatten gegen den gemeinsamen Antrag gestimmt, weil sie den ursprünglich vorgesehenen Straßenrückbau gerne festgeschrieben hätten.

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